IPTV: Das El Dorado für Filmfans und Serienfreaks

Geschrieben von  ›  21. September 2010  ›  Produkte  ›  1 Kommentar

Fernsehen Auf der diesjährigen IFA gab es neben 3D und Tablet PC vor allem ein Thema, dass die Entwicklungsabteilungen der großen Hersteller auf Trab hielt: die Verschmelzung von Internet und Fernsehen durch IPTV. IPTV ist die Übertragung von Film und Fernsehen mit Hilfe eines Internetanschlusses. Im Gegensatz zum Kabel- oder Satellitenfernsehen bietet IPTV die Möglichkeit, zusätzliche Services wie einen Filmausleih oder die Anbindung an populäre Portale wie YouTube bereit zu stellen. Welche Anbieter gibt es und was kostet IPTV?

IPTV vs. WebTV

Streng genommen unterscheidet man zwischen IPTV und WebTV. IPTV nutzt das Internet zur Datenübertragung, der Kunde greift auf ein Angebot eines Anbieters zurück, welches er mit Hilfe verschiedener Pakete individualisieren kann. Fußballfans können sich die Spiele der Bundesliga zubuchen, Serienfans greifen auf spezielle Kanäle mit den besten Serien der letzten Jahrzehnte zurück. Die Übertragung läuft über eine Set-Top-Box, die entweder gemietet oder gekauft werden kann. Wer sich für WebTV interessiert, benötigt nur einen internetfähigen PC. Je nach Anbieter wird das Programm entweder mit Hilfe des Internet-Browsers oder eines eigenständigen Programmes übertragen. Eine ausführliche und thematisch sortierte Übersicht der Web-TV-Sender stellt IPTV-Anbieter.info zur Verfügung. In Deutschland gibt es derzeit hauptsächlich drei Anbieter, die sich auf IPTV spezialisiert haben:

Das Besondere an IPTV ist die Anbieter-Bindung. So stehen die oben genannten Angebote nur Kunden des jeweiligen Anbieters zur Verfügung. Wer sich also beispielsweise für Entertain interessiert, benötigt auch einen Telefon- und Internetanschluss der Telekom. Die zusätzlichen Kosten für die Basispakete können sowohl für Bestands-, als auch für Neukunden interessant sein. Häufig sind die aktuellen Paketpreise nicht weit von “alten” Telefonanschlüssen entfernt, so dass Bestandskunden für einen ähnlichen monatlichen Grundpreis mehr Leistung bekommen. Meist verlängert sich jedoch der Vertrag um zwei Jahre und die Set-Top-Box muss extra bezahlt oder gemietet werden. Neukunden, die den Anbieter wechseln wollen, erhalten häufig deutliche Vergünstigungen auf die Set-Top-Box oder zusätzliche Pakete.

WebTV: Eine Marktübersicht

Wer eine langfristige Vertragsbindung scheut oder erst einmal in das Fernsehen per Internet hineinschnuppern will, der sollte einen Blick auf die verschiedenen WebTV-Angebote in Deutschland werfen.

  • iTunes: Das Angebot von Apple steht sowohl Windows, als auch Mac Nutzern zur Verfügung. Über iTunes können neben Musik und Apps für iPhone und Co. auch Filme und Serien gekauft und gemietet werden. Grundvoraussetzung ist jedoch immer die kostenlose iTunes Software, die auch zur Verwaltung der eigenen Medien dient. Besonders die Anbindung an die Apple Produkte sowie die einfache Bedienung sprechen für dieses System.
  • Maxdome: Maxdome ist sowohl für das Schauen von Videos über das Internet geeignet, als auch für die direkte Übertragung zu einer Set-Top-Box. Dank der verschiedenen Angebote findet jeder das passende Angebot – von der monatlichen Pauschale über Paketpreise bis hin zur Einzelbuchung. Auch einige moderne Fernseher bieten direkten Zugriff auf Maxdome.
  • Videoload: Dieser Anbieter ist ebenfalls direkt über das Internet nutzbar und in weiten Teilen mit Maxdome vergleichbar. Interessant ist die Buchung eines Guthabens, dass dann für das Anschauen von Filmen und Serien verbraucht werden kann. Videoload ist darüber hinaus auch direkt über das Entertain System der Telekom und damit problemlos am heimischen Fernseher nutzbar.
  • sevenload: sevenload bietet eine Vielzahl an WebTV-Kanälen. Die Auswahl reicht von selbst produzierten Videos bis hin zu bekannten Fernsehsendungen.
  • PlayStation-Filmdownloads: Spielkonsolen sind heute längst nicht mehr nur zum Spielen da. So bietet die PlayStation von Sony einen eigenen Vertrieb für Filme. Bei Sony können Filme nicht nur geliehen, sondern auch gekauft werden. In Abhängigkeit von der Qualität – Standard- oder High-Definition – bezahlt man unterschiedliche Preise für einen geliehenen Film. Abgerechnet wird über ein Guthaben, dass mittels Kredit- oder Prepaid-Karte aufgeladen werden kann.
  • Zune (Microsoft XBox): Auch die XBox von Microsoft hat mit Zune einen eigenen Film-Verleih. Microsoft setzt ebenfalls je nach Qualität unterschiedliche Preise an, im Gegensatz zum Angebot von Sony werden die Filme jedoch per Microsoft Points bezahlt. Durch diese Vorgehensweise ist die Preisgestaltung nicht transparent, da die Punkte durch spezielle Angebote oder Wiederverkäufer im Internet nicht immer den gleichen Gegenwert in Euro haben. Aufgeladen wird das Punktekonto über Prepaid- oder Kreditkarte. Zune steht exklusiv Mitgliedern von XBox Live zur Verfügung. Eine Silber-Mitgliedschaft ist jedoch kostenlos und für jedermann zugänglich.
  • Zattoo Live TV!: Grundsätzlich ist Zattoo ein kostenloser Dienst, der das Fernsehen der meisten bekannten Kanäle über das Internet ermöglicht. Für derzeit 2.- € im Monat erhalten Kunden keine Werbeeinblendungen mehr und können das Programm in einer höheren Qualität anschauen.

Darüber hinaus bieten sowohl die öffentlich-rechtlichen Sender, als auch die privaten eigene IPTV-Portale, die über die Websiten der Anbieter erreichbar sind. Alle Inhalte der Öffentlich-Rechtlichen sind frei zugänglich, bei den Privaten ist ein Teil frei zugänglich, der Rest kostenpflichtig. Ein besonderes Highlight für Serienfans: Wer nicht abwarten kann, wie es bei seiner Lieblingsserie weitergeht, kann oft deutlich vor der Ausstrahlung im Fernsehen die nächste Folge im Internet ansehen – gegen ein Entgelt, versteht sich.

Welche Zahlungsmodelle es gibt

So vielfältig wie das Angebot, ist auch die Gestaltung der Zahlungsmodelle. Für eine erste Übersicht soll die unten stehende Liste dienen. Die meisten Angebote lassen sich in eine dieser drei Kategorien einordnen:

  • Pay-Per-View: Hier bezahlt der Nutzer für das Anschauen eines Filmes oder einer Serien-Folge
  • Download-to-Own: Bei dieser Option kann der Inhalt gegen Bezahlung heruntergeladen und ohne zeitliche Beschränkung unbegrenzt angesehen werden
  • Download-to-Rent: Wie bei “Download-to-Own” kann auch hier der Film/die Serie beliebig oft angesehen werden, jedoch wird ein Zeitrahmen von meistens 24 Stunden ab Buchung vorgegeben
  • Abonnement: Beim Abonnement gilt ein Paketpreis für mehrere Videos. Das Angebot ist meist günstiger als bei der Einzelmietung, die Kosten werden dafür jedoch kontinuierlich – meist monatlich – fällig

Fazit

Der Markt für IP- und Web-TV steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Zwar wächst das Angebot quantitativ und qualitativ stetig, übergreifende und umfangreiche Angebote sucht der Nutzer jedoch meist noch vergebens. So bleibt dem Video-Fan oft nichts anderes übrig, als sich bei mehreren Portalen zu registrieren und genau Preise zu vergleichen. Besonders Raritäten oder Independent-Filme, die man auch vergeblich in Videotheken sucht, sind oft in den oben genannten Portalen nicht zu finden. Dabei würde sich der Vertrieb auf dem digitalen Weg für derartige Schätze besonders eignen. Nichts destotrotz lohnt der Blick in die “neue Welt des Fernsehens”. Internetanschlüsse mit einer großen Bandbreite werden immer günstiger und mit einer steigenden Anzahl der (bezahlenden) Nutzer wird auch das Angebot und die Qualität noch weiter wachsen.

Photo von D.Reichardt.

Über den Autor

Alle Einträge von

Ein Kommentare bei "IPTV: Das El Dorado für Filmfans und Serienfreaks"

  1. Jaime 2. Dezember 2012 um 11:46 · Antworten

    Die Meldung nimmt mir anscheinend etwas veworg: Um De-Mail einzuffchren verabschiedete das Bundeskabinett das Bfcrgerportalgesetz. Was verabschiedet wurde, ist der Entwurf des Bfcrgerportalgesetzes. Damit ist der Prozess zur Ausgestaltung und spe4teren Verabschiedung des Gesetzes angeschoben worden.Diesen elementaren Fehler haben auch die Kollegen von Heise.de in ihrer dcberschrift gemacht.Bei der von Ihnen selbst angegebenen BMI Quelle ist der Sachverhalt richtig dargestellt.Daher gibt es noch keine rechtsverbindlichen De-Mails, sondern lediglich einen Gesetzesentwurf und ein Pilotprojekt.P.S.: Und der Verweis auf die Vorratsdatenspeicherung ist seit ziemlich genau 8 Tagen obsolet und somit etwas sehr disqualifizierend.

Einen Kommentar hinterlassen

comm comm comm